Aufbereitungsanleitung für Hand-Instrumente aus Edelstahl
Diese Anleitung fasst die allgemeinen Schritte zur Aufbereitung wiederverwendbarer chirurgischer und zahnärztlicher Hand-Instrumente aus rostfreiem Edelstahl zusammen, die Sie bei MedToolPro kaufen. Sie gilt für Instrumente ohne Hohlräume und ohne elektrische Bauteile, zum Beispiel Küretten, Sonden, Zangen, Scheren, Klemmen, Pinzetten, Nadelhalter und Wurzelheber.
Wichtig: Liegt dem Instrument eine Gebrauchsanweisung des Herstellers bei, hat diese Vorrang. Die Aufbereitung muss mit validierten Verfahren nach den Vorgaben der KRINKO/BfArM-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ erfolgen. Verantwortlich ist der Betreiber, also Praxis oder Klinik.
1. Vor der ersten Anwendung
- Instrumente werden unsteril geliefert und müssen vor dem ersten Einsatz vollständig aufbereitet werden (Reinigung, Desinfektion, Sterilisation).
- Schutzkappen und Verpackungsmaterial vorher entfernen.
2. Vorbereitung am Gebrauchsort
- Grobe Verschmutzungen direkt nach der Anwendung mit einem fusselfreien Tuch entfernen.
- Instrumente nicht antrocknen lassen. Die Zeit bis zur Aufbereitung möglichst kurz halten (Empfehlung: unter 6 Stunden).
- Keine fixierenden Mittel und kein heißes Wasser (über 40 °C) zur Vorreinigung verwenden, da sie Eiweiße fixieren.
- Instrumente nicht in Kochsalzlösung ablegen – Chloride verursachen Lochfraß.
3. Transport
Instrumente sicher, geschlossen und möglichst trocken zur Aufbereitung transportieren, zum Beispiel in einer Kassette oder einem geschlossenen Behälter.
4. Reinigung und Desinfektion
Maschinell (bevorzugt):
- Reinigungs- und Desinfektionsgerät (RDG) nach DIN EN ISO 15883 mit validiertem Programm verwenden.
- Gelenkinstrumente geöffnet einlegen, Instrumente so platzieren, dass alle Flächen umspült werden. Siebe und Kassetten nicht überladen.
- Mild alkalische oder neutrale Reiniger verwenden, die für Edelstahl-Instrumente freigegeben sind. Dosierung und Einwirkzeit nach Angaben des Reiniger-Herstellers.
- Thermische Desinfektion nach DIN EN ISO 15883 (A0-Wert gemäß KRINKO-Empfehlung, für kritische Medizinprodukte üblicherweise A0 ≥ 3000).
- Schlussnachspülung mit vollentsalztem Wasser, danach gründlich trocknen.
Manuell (wenn kein RDG verfügbar):
- Instrumente vollständig in eine geeignete, aldehydfreie Reinigungs- und Desinfektionslösung einlegen; Konzentration und Einwirkzeit nach Herstellerangabe.
- Mit weicher Kunststoffbürste reinigen, Gelenke und Rasten in geöffneter Stellung. Keine Metallbürsten oder Scheuermittel.
- Gründlich mit Wasser in Trinkwasserqualität, abschließend mit vollentsalztem Wasser spülen und trocknen.
- Ultraschallbad kann unterstützend eingesetzt werden.
5. Kontrolle und Pflege
- Jedes Instrument unter guter Beleuchtung auf Sauberkeit, Beschädigungen, Korrosion, Risse und Funktion prüfen. Verschmutzte Instrumente erneut aufbereiten.
- Schneiden und Spitzen auf Schärfe und Form prüfen; stumpfe Küretten und Scaler nachschleifen oder ersetzen.
- Gelenke, Schlösser und Gewinde vor der Sterilisation mit einem dampfdurchlässigen, paraffinbasierten Instrumentenöl pflegen. Keine silikonhaltigen Öle verwenden.
- Beschädigte oder korrodierte Instrumente aussortieren, damit Rost nicht auf andere Instrumente übertragen wird (Fremdrost).
6. Verpackung
Verpackung in Sterilgutverpackungen nach DIN EN ISO 11607 (zum Beispiel Klarsichtbeutel, Sterilisationscontainer oder Kassetten mit Vlies), geeignet für die Dampfsterilisation.
7. Sterilisation
- Dampfsterilisation im fraktionierten Vakuumverfahren nach DIN EN 285 bzw. DIN EN 13060 (Klasse-B-Sterilisator) mit validiertem Verfahren nach DIN EN ISO 17665.
- Üblich sind 134 °C; Haltezeit gemäß validiertem Verfahren (in der Praxis häufig 5 Minuten). Die Temperatur von 137 °C nicht überschreiten.
- Ausreichend trocknen lassen. Heißluftsterilisation und chemische Verfahren sind für diese Instrumente nicht vorgesehen, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.
8. Lagerung
Sterile Instrumente trocken, staubgeschützt und bei Raumtemperatur lagern. Lagerdauer nach Art der Verpackung und den Vorgaben Ihres Hygieneplans.
9. Grenzen der Wiederaufbereitung
Häufige Aufbereitung hat bei Edelstahl-Instrumenten nur geringe Auswirkungen. Das Ende der Nutzungsdauer wird in der Regel durch Verschleiß und Beschädigung bestimmt, zum Beispiel stumpfe Schneiden, verbogene Spitzen, Risse oder Korrosion.
Weiterführende Informationen
- Ratgeber: Pflege und Aufbereitung chirurgischer und zahnärztlicher Instrumente
- Ratgeber: Instrumentenkassetten und Siebe richtig bestücken
- Arbeitskreis Instrumenten-Aufbereitung (AKI): „Instrumenten-Aufbereitung richtig gemacht“ (Rote Broschüre)
Fragen zur Aufbereitung eines bestimmten Instruments? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Stand: Oktober 2026. Diese Hinweise ersetzen keine Validierung der Aufbereitungsprozesse in Ihrer Einrichtung.